Ich schreibe zu den einzelnen Punkten meinen persönlichen Eindruck. In vielen Bereichen bin ich auch nach 4 Jahren noch komplett unerfahren - die "Profis" werden das also bestimmt ergänzen.

Wie so oft, ist es vermutlich auch nicht das eine große Problem, sondern viele kleine Dinge, die zusammenkommen und dann "bumm" machen. Vermutlich wird die Lösung enstprechend Zeit brauchen:
ich sauge ihn eigtl regelmäßig 1-2 die Woche mit einem Mulmsauger ab, weil ich eben keine Fische habe.
Das musst du vermutlich gar nicht. Mach doch mal ein Foto von einer Ecke, die du stark vermulmt findest.
Zum einen gehört Mulm ins Becken - hier finden viele Bakterienprozesse statt. Schwierig wird es erst bei zu viel Mulm, z.B. wenn er zäh-flockig und hoch zwischen den Pflanzen hängt oder sich dicht in einer Ecke sammelt. Ein wenig loser, pulvriger Mulm ist erstmal normal. Gerade bei neuen Becken (und dein Becken ist durch die Behandlung wieder neugestartet).
Zum anderen ernähren sich die Garnelen von "Dingen" im Mulm. Das ist also natürliches Futter.
Wieso Fische einen (anderen) Einfluss auf den Mulm haben sollen, verstehe ich ehrlich gesagt nicht.
hab ich von meinem Züchter eine Packung tubifex bekommen
Züchtet dein Züchter primär Fische und die Garnelen sind ein Nebenprodukt / Reinigungscrew? Zwischen "Fischmenschen" und "Garnelenmenschen" können Welten liegen.
Eine zweite Packung Tubifex ist bei mir seit 4 Tagen im Kühlschrank. Soll ich die auch reintun? Leben die überhaupt noch? Ich hab auch Angst dass die tubifex Iwan mal sterben und dann verwesungsgase entstehen.
Ich würde davon erstmal die Finger lassen.
Zum einen werden Tubifex nicht unbedingt im saubersten Wasser gezogen und du versuchst ja gerade die Keimdichte in den Griff zu bekommen. Zum anderen reagieren auch die negativ auf Kupfer - wenn du also nicht genau weißt, dass die im Becken noch immer aktiv und munter sind, würde ich abwarten und aktuell nicht noch mehr Tiere einsetzen.
Wenn du die Tubifex im Kühlschrank täglich mit frischem Wasser durchspülst und sie dann wieder in frisches Wasser legst, sollten die meines Wissens 1 bis 3 Wochen durchhalten.
Wie gesagt sind ja auch viele Garnelen gestorben und ich hab trotz reichlich absaugen keine Leichen gefunden.
Garnelen zerlegen ihre toten Artgenossen bzw. alles Tote in einer erstaunlichen Geschwindigkeit.
Ansonsten habe ich immer eigentlich Seemandelbaumblätter drinnen und andere Sachen die Huminstoffe beinhaltet. Von diesem liquid habe ich noch nie gehört . Das wäre noch eine Idee. Auch die Erlenzapfen. Wo bekomm ich sowas her?
Sind in der Aquaristik gängige Dinge. In den großen Läden vor Ort haben sie oft "nur" flüssige Huminpräparate und überteuerte Seemandelbaumblätter. Online ist das oft einfacher und günstiger.
Aber erstmal langsam. Bevor du shoppen gehst, drehen wir dein Becken auf links.
- Wie groß ist das Becken?
60 Liter, nicht ganz gefüllt.
Wieso eigentlich nicht ganz gefüllt? Wenn es nach mir geht - rein mit dem Wasser!
1. Wasserhärte minimiert: mischen mit destilliertem Wasser, da ich keines grad mehr im Haus habe, ist die Härte wieder sehr hoch (trotz Wasseraufbereiter, den ich bei JEDEM Wasserwechsel mit rein tu)
Der Wasseraufbereiter tut nichts an der Wasserhärte, das ist nicht sein Job.
Wasserhärte über Mischen regulieren ist natürlich möglich - aber: Garnelen reagieren empfindlich auf plötzliche Schwankungen in den Wasserwerten. Das musst du also mit sehr viel Disziplin und Genauigkeit machen. Such mal nach "Wasser verschneiden" und "Kreuzregel".
Die andere Frage ist, ob das überhaupt notwendig ist. Neocaridina sind toleranter, wenn es um hartes Wasser geht. Wie ist denn das Wasser, aus dem sie stammen? Verschneidet der Züchter?
viele Seemandelbaumblätter
Eins reicht oft, je nach Größe des Blatts
Das restliche Futter schaut für mich okay aus - wenn sie denn fressen.
Nährboden (welcher weiß ich nicht mehr, bei kölle gekauft)
Nährboden (v.a. der von Dennerle) ist bei Garnelenhaltern verschrien. Ich habe noch nie welchen benutzt, darum kann ich dazu nichts beitragen. Aber wenn du hier im Forum nach "Depotmix" suchst, wirst du viel dazu finden. Bei machen geht das gut. Bei anderen geht das gehörig schief. Dann bleibt oft nur den Nährboden rauszuholen. Vor allem ist der Job von einem Nährboden, dass er unberührt unter dem eigentlichen Boden liegt und wirkt. Wenn man häufig "umgräbt" (z.B. durch tiefes Mulmen, Rausziehen / Neusetzen von Pflanzen, überaktive Bodenwühler), dann sind im Wasser zu viele Stoffe, die wir da nicht drin haben wollen.
Wenn du willens bist, den Boden raus zu holen, können wir dir Tipps geben.
Manado ist neutral. Dazu sind mir keine Probleme bekannt.
Das sagt mir nichts. Weißt du, ob die aufhärten? Einfach mal ein wenig Essigessenz drauf träufeln - wenn es schäumt, geben sie "Kalk" ins Wasser ab. An sich bei hartem Wasser kein Problem. Doch weil du ja an der Härte schraubst, könnte das womöglich ein weiteres Puzzleteil sein.
Tetra ph/kh minus (aber erfolglos)
Bitte weg lassen. Das ist quasi pure Säure. Super, um Schläuche oder Glas außerhalb des Beckens zu reinigen.
PH: 7,4
GH: gerade wieder über 21 (Leitungswasser ist sehr hart) und zurzeit kein destilliertes im Haus. Hab insgesamt drei Kanister reingemischt - die letzten Tage vor dem großen Wasserwechsel gestern um die 14 - 16 GH
KH: wenn das Karbonhärte ist: 15
Sind das die Werte im Aquarium? Oder direkt aus dem Hahn?
Auf jeden Fall prima Wasser für Schnecken.
Spontan schaut der Rest für mich unauffällig aus.
- Welche Temperatur hat das Wasser im Becken?
24 - 25 grad.
Wie gesagt, so warm brauchen es die kleinen Scheisser nicht. Mach die Heizung mal aus und schau, wo die Temperatur sich am nächsten Tag einpendelt.
Neben Stromsparen und Sicherheit bringt es auch einen Vorteil beim Wasserwechsel: Wenn du mit Zimmertemperatur arbeitest und das Wasser für den Wasserwechsel über Nacht im gleichen Raum stehen hast, passt auch die Temperatur i.d.R. gut.
- Wie oft wird ein Wasserwechsel gemacht und wieviel?
Früher einmal - mittlerweile Zweimal die Woche ungefähr 30-40%
Für den Moment würde ich persönlich auch so damit weitermachen bzw. jetzt mindestens einmal komplett wechseln. Wenn es gut läuft, kannst du die Frequenz wieder verringern.
Ausgangslage: 22 Zwerggarnelen (red rili, orange rili, yellow Fire neon , Blue Dream und Blue jelly. Dann irgendwann nur noch 10 Garnelen aber alle Farben noch vertreten (dominant waren orange rili und yellow Fire neon) Ich habe viel am Aquarium probiert weil ich das Sterben Beseitigen wollte, dann wieder zwei Wochen eine stabile Phase gehabt und nochmal aufgestockt. Es sind aber wieder einige gestorben. Ich hatte dann wieder 18 Tiere, jetzt wieder nur 12-13.
Hier könnte das nächste Puzzleteil liegen. Garnelen immer wieder neu dazu setzen, wenn das eigentliche Problem noch nicht bekannt ist, bringt oft mehr Probleme als es löst.
Also, erstmal keine neuen Garnelen kaufen, das freut immer nur den Züchter. Wenn es stabil läuft und die vorhandenen sich zaghaft vermehren, kannst du immernoch überlegen. Bis dahin kannst du das hier lesen
https://www.garnelenhaus.de/wiki/bakterielle-unvertraeglichkeit-bu-oder
Und: Unterschätz niemals die Fähigkeit von Garnelen sich zu verstecken!
Du hast viele Pflanzen, da können die drin sitzen, ohne dass du sie siehst. Wenn sie die Lollies annehmen, ist das immer eine schöne Art, um einen Eindruck von der Menge zu bekommen.
Ansonsten noch zwei Geweihschnecken die gerade ausquartiert sind
Das hat erstmal nichts mit den Problemen zu tun - aber: Seit wann hast du die Geweihschnecken bzw. wo sind die gerade?
Da bekomme ich spontan Bauchweh. Denn das sind keine Tier für frische Becken. Es sind Nahrungsspezialisten, die Becken mit einem gewissen Grundstock an Aufwuchs benötigen - man sagt, min. 4 Monate sollte das Becken laufen. Es gibt Geweihschnecken, die anderes Futter annehmen - z.B. Algenblätter, Staubfutter, Pudding, braunes Laub, selbstgebastelte Algensteine, Zucchini, Kürbis. Aber nicht alle. Wie sind deine drauf? Hast du mal ein Foto von denen? Am besten auch vom Fuß, also von "unten" an der Scheibe.
Mittlerweile nur 2-3 Sticks pro Woche die nach 24 h Std wieder rauskommen
Wenn du Futter gibst - gehen die Garnelen da dran? Oder ignorieren sie das komplett? Wenn sie das Futter ignorieren (ich glaube, ich musste noch nie was aus dem Becken holen....), dann würde ich weniger füttern. Die finden eigentlich meistens was und für den Moment belastest du das Wasser weniger.
Stattdessen kannst Dauerfutter wie Laub versuchen - z.B. Brennessel oder Walnuss-Blätter. Die Liste ist lang. Wichtig ist, dass das Futter "bio" ist (ich muss es z.B. online bestellen, weil es hier viele Straßen und Landwirtschaft gibt und ich darum nicht vor der Tür selbst sammeln mag) und du nicht zu viel auf einmal gibst. Ich hab immer ein grünes Blatt im Becken und gebe das nächste, wenn das fast weg ist. Braunes Laub wie Buche, Walnuss oder Seemandel kann einfach drin bleiben - aber auch davon nie zu viel.
Dann lass ich meine 6 Tiere erstmal in Quarantäne und beobachte mal die übrigen 6 im Aquarium?
Wenn es den 6 in der Quarantäne gut geht, dann würde ich sogar die anderen dazu setzen. Dann kann man entspannter im Aquarium rumfummeln. Aber erstmal beobachten.
Den Sprudelstein kannst du direkt mit in die Quarantäne legen. Wenn du hast, auch einen kleinen Luftheberschwamm als Filter (das ist
sowas hier - kommt statt des Blubbersteins vorne auf den Luftschlauch). Außerdem braunes Laub und Schwimmpflanzen bzw. Pflanzentreste (der Sumpffreund kann auch prima schwimmen). Was zum Verstecken ist auch gut. Sparsam füttern und gut Wasser wechseln.