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Becken des Grauens Teil 2 - Das Grauen nimmt kein Ende

Shrimply the best

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Hallo zusammen,

vor einigen Wochen hatte ich ja mein adoptiertes Becken vorgestellt (https://www.garnelenforum.de/board/threads/becken-des-grauens.119374/) und es gibt Updates.

Teil 1: Das Ding aus dem Sumpf....

Leider kam ich erst mit Verzögerung zu dem Umbau, aber dann gings los. Anbei mal Fotos der Räumungsaktion und ich kann sagen - es hat gestunken! Abartig gestunken! So übel, dass mir schlecht geworden ist. Und ich habe im Studium Tiere mazerieren müssen! Ich habe dann noch in einer Ecke Reste einer wohl lange nicht mehr existierenden Pflanze in Form von Steinwolle und einem Tonring gefunden. Die dicken Steine waren auf dem dichten Substrat aufgesetzt und es hat nochmal extra fies gemüffelt, als ich sie angehoben habe. Definitiv nicht zu empfehlen. Meine Wohnung hatte noch eine ganze Weile ein wenig Duft inne, der jetzt eher zu Halloween passen würde.

Die Shrimpies waren währenddessen in ihrem separaten Becken mit beiden Filtern (einen neuen hatte ich schon vorher mit einfahren lassen) und Sprudelstein, aber nicht ganz so glücklich auf dem glatten Glasboden. Macht man nix, da mussten sie durch.

Die Pflanzen kamen ebenfalls in ein extra Gefäß und die Steine auch. Den Großteil habe ich einfach ignoriert und nur die Drachensteine, die ich behalten wollte ordentlich gesäubert (ja, trotz der Bakterien). Nur einen großen Stein mit anhaftendem Moos habe ich ungeschrubbt in den Pflanzeneimer gegeben. Das Substrat....naja. Die stinkende Pampe habe ich größtenteils entsorgt, aber von der obersten Schicht hatte ich etwas aufbewahrt, ebenso einen Teil Mulm. Ein paar der Detrituswürmer wollte ich schon gerne übersiedeln.

Das Übersiedeln hatte dann doch noch zwei Tage in Anspruch genommen, da ich das Becken selbst noch ordentlich gesäubert und die dicken Kalkablagerungen des Aquariums und Equipments direkt mit vernichtet habe.
 

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Teil 2: Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt

Wie geplant ging es dann weiter mit der Einrichtung des alten, neuen Beckens. Der Garnelenkies und die Lava war bereits mehrfach gereinigt und der Aufbau konnte beginnen. Den Kies habe ich etwas mit dem alten Kies samt Modder gemischt und nicht so wie die Vorbesitzerin in absurde Höhen aufgeschüttet. Lediglich hinter dem großen Drachenstein befindet sich Lavabruch und Lavagranulat, darüber Kies (der natürlich dann doch zu fein war und leider ein wenig durchgerieselt ist). Die Garnelen habe ich erstmal in ihrem separaten Becken belassen, da ich der Sache doch nicht so ganz getraut habe. Um die Wasserwerte zu prüfen gibts das alte Testkit von dem, wie ich dann herausfinden durfte, wohl alle Lösungen längst abgelaufen waren. Also Neue bestellt.

Nach drei Tagen war ich, trotz noch nicht erfolgter Lieferung der Testkits, etwas neugierig und habe die ersten Blasen- und Tellerschnecken mit Gewöhnung eingesetzt. Lief gut und das Becken hatte die ersten Bewohner neben denen des alten Bodengrunds, die sich auch hier offenbar wohlfühlten.

Zwei Tage und ohne Testflüssigkeiten später habe ich nach eingehender Beobachtung der Schnecken entschlossen, zwei unfreiwillige Testgarnelen in das Becken zu geben. Da ich aktuell von Zuhause arbeite, konnte ich sie gut im Auge behalten. Aber da gab es nichts im Auge zu behalten, denn offenbar waren sie ganz zufrieden mit ihrer neuen Umgebung.
Die restlichen Garnelen waren weiterhin im separaten Becken und zwei Mädels haben dort dann auch gut 20 Babies in die Welt entlassen, was mich natürlich einerseits sehr gefreut, andererseits etwas nervös gemacht hat. Aber gut, ich hatte dann vor das Quarantäneaquarium weiter laufen zu lassen, bis der Nachwuchs groß und unempfindlich genug zum Umziehen wäre.

Wäre da nicht die eine Nacht gewesen. Zum Glück bin ich aufgewacht, da ich verschmortes Plastik gerochen habe. Aus dem Bett, Licht an und den Übeltäter gefunden: Der tolle Aqua Nova Lüftungsstein hatte sich aus unerfindlichen Gründen in Bröckchen aufgelöst und die tolle Aqua Nova Pumpe war irgendwie scheinbar auch davon betroffen und der Übergang zum Luftschlauch war bereits bräunlich verfärbt und stank.

Super, keine Luftzufuhr mehr in dem Quarantänebecken. Da es aber den beiden Testgarnelen weiterhin gut ging, habe ich am nächsten Tag dann die erwachsenen Garnelen nach langer Tröpfcheneingewöhnung in das Becken gesetzt und sie waren, wie man auf den Fotos sieht, munter unterwegs.
 

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Teil 3: Ein Drama in drei Akten (bitte vor allem den letzten Absatz lesen)

Da stand ich nun mit dem Becken, einem Becken voller Babygarnelen und die Tests (zumindest teilweise) kamen zum Glück endlich an. Im großen becken: kH 8, GH 9, pH zwischen 7 und 7,5 (leider warte ich immer noch auf die Lieferung der genauen pH Tests). No2 bei 0,05. Nicht so toll, erklärte aber auch die etwas trantütigen Garnelen, deren Aktivität sich definitiv von der Anfangsphase unterschied. Also Wasserwechsel (immer mit Aufbereiter), allerdings war ich erstmal vorsichtig und der lag bei etwa 20-30 %. Das war scheinbar eine gute Entscheidung und die Shrimps waren wieder fitter.

Dafür ging es den Babies schlecht. Ich hatte zwar einen Oxydator als Ausgleich zu dem Spridelstein in das Becken gegeben, aber irgendwas war nicht gut. Ich habe hier auch einen winzigen Wasserwechsel mit Tröpfchenmethode angewandt und am Tag drauf waren die Kleinen etwas fitter. Futter war in Form von Laubfitzeln im Becken vorhanden, ob das für so kleine Dingelchen reicht, weiß ich nicht. Ich hab eine Nadelspitze Babypulverfutter hinzugegeben und die Kleinen waren emsig unterwegs, um sich dieses einzuverleiben.

Der Tag darauf fing mit drei toten großen Garnelen im Becken an. Wasserwerte: kH auf 9 hoch, GH auf 10. No2 wieder bei 0,05 - Wasserwechsel. Dabei dann herausgefunden, dass mein Leitungswasser bei kH 7 und GH 11-12 liegt. Über den darauffolgenden Tag konnte ich dann auch bei den Babies das große Sterben beobachten. Kleiner Wasserwechsel über Stunden via Tröpfchen hat nichts gebracht. Vier blieben übrig und die hatten dann auch den nächsten Tag nicht überstanden. Das Sterben im großen Becken ging weiter. No2 ist bei unter 0,01, kH schwankt zwischen 9-10 und GH zwischen 10-11. Ich habe im Becken nichts, das aufhärtend wirken sollte?! Die Lava und die Drachensteine habe ich sogar vorher bereits paranoid mit Essigessenz getestet und keine Reaktion erhalten.

Ich wollte alles richtig machen, aber letztlich ists eine Katastrophe. Es waren sieben Garnelen übrig, heute ist noch eine gestorben. Die restlichen sind zwar (aktuell) fit, aber das dachte ich die letzte Zeit auch und wurde dann doch immer wieder mit Toten konfrontiert. Im Gammelbecken haben sie wenigstens überlebt und dank meines tollen Einsatzes sind die Tierchen jetzt verstorben. Ich habe offenbar alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Und ich stehe etwas auf dem Schlauch, wie ich verhindern kann, dass die letzten Überlebenden nicht auch noch den Tod finden :(
 
Aus der Ferne betrachtet hat auch alles gepasst, bis Du die restlichen Garnelen (wieviele?) auf einmal überführt hast. Dann ist vermutlich die junge, noch schwache Biologie im Becken zusammen gebrochen, haben die Futter bekommen? Bei den Jungen im Eimer dürfte es sich ähnlich verhalten, vielleicht hat der Ausfall des Sprudelsteins dazu bei getragen.
Und ich stehe etwas auf dem Schlauch, wie ich verhindern kann, dass die letzten Überlebenden nicht auch noch den Tod finden
Da kannst Du nur hoffen und nicht füttern. Wasserwechsel würde ich vorerst auch keine mehr machen, ausser Du findest zuviel Nitrit. Das Becken muß zur Ruhe kommen und seine Biologie finden. Keine Sorge, wenn Du 7 Garnelen 1-2 Wochen nicht fütterst, das merken die gar nicht. Es gab Zeiten da habe ich 5 oder weniger Garnelen pro Becken gar nicht gefüttert und es lief alles sehr gut, bin gerade am Überlegen ob ich das wieder einführen soll. Noch ein Wort zum ph-Wert, bei KH 7-8°dh und GH 9-12°dh, brauchst Du Dich um den ph Wert nicht mehr kümmern, der bleibt über 7 möglicherweise geht er auch mal über 8. Es spielt keine Rolle und alles was Du unternimmst um den ph-Wert einzustellen schadet nur. Für Neos ist dieses Wasser perfekt.
Bereits im anderen Thread sagte ich Dir das so etwas eine heikle Sache ist, nun kam bei Dir noch Pech mit der Pumpe dazu, der Rest folgt daraus.
 
Ja, im Nachhinein ärgere ich mich, dass ich nicht einfach eine neue Pumpe und Stein bestellt habe. Aber ich konnte regelrecht zugucken, wie es den Garnelen im Quarantänebecken schlechter ging und natürlich war der Pumpenausfall auch Samstagnacht. Insgesamt kamen dann zu den zwei Testgarnelen noch die restlichen 13 hinzu. Gefüttert habe ich bisher mit Laub. Brennessel, Eiche und Seemandelbaum. Einmal, um einen Überblick zu erhalten wer noch alles da ist, mit Shrimppudding via Fütterrungsrohr/-plattform und minimaler Menge (weniger als eine Messerspitze). NO2 ist aktuell weiterhin bei 0,01, aber auch NO3 und NH4 sind nicht nachweisbar. Die Pflanzen krebsen leider vor sich hin, aber CO2 und Düngung wären wahrscheinlich jetzt nochmal zwei Stressoren mehr, oder? Häutungen haben bei den Nelen bisher größtenteils geklappt, aber eben bei denen, die verstorben sind, nicht. Dürfte dann wohl am Stress, als den Wasserwerten gelegen haben? Und wie kommt der Anstieg von kH und GH obwohl nur neutrales Gestein im Becken ist?
 
Ja, im Nachhinein ärgere ich mich, dass ich nicht einfach eine neue Pumpe und Stein bestellt habe. Aber ich konnte regelrecht zugucken, wie es den Garnelen im Quarantänebecken schlechter ging und natürlich war der Pumpenausfall auch Samstagnacht.
10cm Wasser im Eimer, Garnelen rein und sonst nichts, das hätte ohne Sauerstoffzufuhr funktioniert. Ich nehme mal an Du hast im dem Eimer auch gefüttert? Das Futter und der daraus resultierende Kot verbrauchen den Sauerstoff, es sind nicht die Garnelen.
Gefüttert habe ich bisher mit Laub. Brennessel, Eiche und Seemandelbaum.
Das sind alles gute Sachen, in einem eingefahrenen Aquarium. Vergiß nicht das aus Brennnessel auch Brennnesseljauche als Pflanzendünger hergestellt wird und das Zeug ist gut. Die Brennnessel ist sehr reichhaltig. Eichenlaub/SMBB fangen zwar langsamer an zu arbeiten und sind längst nicht so reichhaltig, wenn ein Becken auf der Kippe steht ist es eine zusätzliche Belastung. Wenn Du älteres Laub aus einem anderen Becken hättest, das könntest Du gleich rein tun.
Und wie kommt der Anstieg von kH und GH obwohl nur neutrales Gestein im Becken ist?
Keine Ahnung. Es ist dann meist doch nicht alles so neutral. Da hilft nur suchen.
Die Pflanzen krebsen leider vor sich hin, aber CO2 und Düngung wären wahrscheinlich jetzt nochmal zwei Stressoren mehr, oder?
Das weißt Du doch noch gar nicht, das Becken ist ein paar Tage alt. Wenn man nicht gerade ausgefallene Pflanzenwünsche hat oder besonders rote Pflanzen haben will (dazu braucht man dann auch mehr Licht), kommen Pflanzen in Garnelenbecken sehr gut ohne jeglichen Dünger klar, es dauert ein bischen bis sie die nötigen Wurzeln gebildet haben , dann wachsen sie auch da. Den Zusammenhang kenne ich nicht aber Garnelen tun den meisten Pflanzen gut, es kann manchmal vorkommen das Pflanzen gefressen werden. Gerade die CO2 Düngung sorgt gern für schwankende ph-Werte, oft wird sie auch noch zum ph senken mißbraucht, was nicht ihr Zweck ist. Das kann dann für Garnelen sogar gefährlich werden.
 
Im Quarantänebecken hatte ich ebenfalls nur Laub als Futter. Ich habe da täglich noch mit einer größeren Pipette den groben Dreck rausgeholt. Da ging tatsächlich nach dem Sprudlerausfall alles erst den Bach runter. Ich weiß nicht, ob es auch daran gelegen haben kann, dass Schadstoffe durch den verschmorten Schlauch oder den zerbröselten Sprudelstein in das Wasser kamen?

Das mit der Brennessel war mir tatsächlich nicht bekannt. Älteres Laub habe ich nur in Form eines älteren Eichenblatts, das ich in dem Quarantänebecken hatte und in das neue Becken gegeben habe. Ich hätte noch Walnuss, Haselnuss und Buche hier, wäre das dann beizeiten eine Alternative? Ich gebe jetzt vorerst nichts mehr hinein, vor allem, da sich ja die Anzahl der Tiere so drastisch minimiert hat.

Hm, da bliebe nur der Kies, den hatte ich nicht getestet. Sonst ist ja wirklich nichts drin.

Na ja gut, knapp drei Wochen sinds jetzt und die ersten kleinen Wassersterne haben sich verabschiedet, aber ich kann natürlich nicht sagen, ob da nicht auch die Garnelen etwas dazu beigetragen haben?

Ärgerlich alles. Wie gesagt - vor diesem adoptierten Becken hatte ich vor einer Weile mal eines und da lief alles bestens, obwohl ich damals sehr unbedarft rangegangen bin und das Becken habe einfach laufen lassen. Ist wahrscheinlich manchmal die bessere Alternative :/ Obwohl das Gammelbecken ja ähnlich behandelt wurde...
 
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